Ratgeber · Buchungsregeln
Anzahlung & Stornobedingungen für deine Ferienwohnung: faire Regeln, die dich schützen
Ohne Anzahlung buchen Gäste schnell, und stornieren genauso schnell. Mit zu strengen Regeln buchen sie gar nicht erst. Die Kunst liegt dazwischen: Regeln, die dich vor Ausfällen schützen, ohne buchungswillige Gäste abzuschrecken. Hier sind die Praxiswerte, die sich bei Direktbuchungen bewährt haben, und wie du sie so kommunizierst, dass es keine Diskussionen gibt.
Die Anzahlung: wie viel, wann, worauf?
Höhe: Üblich sind 20 bis 30 Prozent des Buchungswerts. Darunter tut eine Stornierung dem Gast nicht weh, darüber fühlt es sich nach Risiko an. 30 Prozent ist im Alpenraum der verbreitetste Wert.
Frist: Die Anzahlung sollte innerhalb von 5 bis 7 Tagen nach der Buchung eingehen: erst dann ist die Buchung fix. Das schützt dich vor „Parkern“, die drei Unterkünfte gleichzeitig reservieren. Die Restzahlung machst du wahlweise vor Anreise (z. B. 14 Tage vorher) oder bei Ankunft fällig.
Berechnungsbasis, das unterschätzte Detail: 30 Prozent wovon? Nur vom Übernachtungspreis? Inklusive Endreinigung? Inklusive Ortstaxe? Es gibt kein Richtig oder Falsch, aber deine Buchungsstrecke, deine Bestätigungs-Mail und deine Rechnung müssen dieselbe Antwort geben. Typisch ist in der Praxis: Anzahlung auf Übernachtung und Gebühren, aber ohne Ortstaxe, die viele Vermieter als durchlaufenden Posten behandeln, und ohne Haustier-Pauschale. Wie die Ortstaxe bei dir steuerlich einzuordnen ist, klärst du am besten einmal mit deiner Steuerberatung.
Die Stornostaffel: ein bewährtes Muster
Eine Staffel ist fairer als „Anzahlung weg, Punkt“, und sie ist für Gäste sofort verständlich, wenn sie vor der Buchung sichtbar ist:
| Stornierung | Stornogebühr |
|---|---|
| bis 31 Tage vor Anreise | kostenlos |
| 30 bis 7 Tage vor Anreise | 70 % des Buchungswerts |
| ab 6 Tagen vor Anreise | 90 % des Buchungswerts |
| Nichtanreise (No-Show) | 95 % des Buchungswerts |
Die genauen Schwellen kannst du an deine Saison anpassen (in der Hochsaison längere Fristen, weil Ersatzgäste schwerer zu finden sind). Beachte dabei die Kante zwischen den ersten beiden Zeilen: Ein Tag Unterschied kostet den Gast 70 Prozent. Wenn dir das zu schroff ist, zieh eine Zwischenstufe ein, etwa 50 Prozent zwischen 30 und 15 Tagen. Wichtiger als die exakten Prozente ist die Transparenz: Wer die Staffel beim Buchen gesehen und akzeptiert hat, diskutiert später seltener.
Einen Punkt löst die Staffel allerdings nicht von selbst: Schon die erste Gebührenstufe liegt über der Anzahlung von 20 bis 30 Prozent. Üblich ist, die Anzahlung auf die Gebühr anzurechnen; die Differenz bleibt dann offen, und du müsstest sie beim Gast nachfordern. In der Praxis gehen Vermieter einen von zwei Wegen: Sie deckeln die Stornogebühr in ihren Bedingungen auf den bereits gezahlten Betrag, oder sie legen die Restzahlung vor die erste Gebührenstufe, damit im Stornofall überhaupt Geld auf dem Konto liegt. Welcher Weg zu deinem Haus passt, gehört in die Bedingungen, die du prüfen lässt.
Drei Punkte, die vor der rechtlichen Prüfung geklärt sein sollten
- Vor der Buchung sichtbar: Stornobedingungen und Anzahlungsregeln sind das, worauf der Gast sich einlässt. Üblich ist deshalb, sie vor dem Abschluss der Buchung zu zeigen und nicht erst in der Bestätigungs-Mail.
- Eindeutig formuliert: „70 % des Buchungswerts“ statt „angemessene Gebühr“. Um eine Zahl diskutiert in der Praxis kaum jemand, um ein Wort wie „angemessen“ dagegen fast jeder.
- Konsistent überall: Website, Buchungsstrecke, Bestätigung und Rechnung sollten dieselben Regeln nennen. Widersprüche sind der häufigste Grund, warum eine Regel im Gespräch mit dem Gast am Ende nicht mehr trägt.
Das sind Beobachtungen aus der Praxis, keine Rechtsberatung: Lass deine endgültigen Bedingungen einmal anwaltlich prüfen, besonders wenn du auch an Gäste aus anderen Ländern vermietest.
So sitzen Anzahlung und Stornostufen in der Buchungsstrecke
Auf dem Papier sind beide Regeln in fünf Minuten geschrieben. Tragfähig werden sie erst dort, wo sie in der Buchungsstrecke wirklich rechnen müssen. Vier Punkte entscheiden, ob deine Regel im Alltag hält.
Betrag oder Prozent: Welche der beiden Formen zu deinem Haus passt, steht weiter unten in den Fragen. Für die Einrichtung zählt die zweite Hälfte der Regel: worauf der Satz überhaupt greift. Das ist die Berechnungsbasis von weiter oben, und sie sollte sich einzeln setzen lassen, Gebühren, Ortstaxe und Haustier-Pauschale also jede für sich. Eine rückerstattbare Kaution gehört nie hinein: Sie ist kein Umsatz, sondern eine Sicherheit, die den Gast wieder erreicht, und in der Anzahlung würde sie deine Aufstellung um einen Betrag aufblähen, der gar nicht dir gehört.
Fälligkeit: Zwei Anker sind gebräuchlich, der Buchungstag (etwa sieben Tage danach) und der Anreisetag (etwa 14 Tage davor). Wer nur den Buchungstag setzt, bekommt bei kurzfristigen Buchungen eine Frist, die hinter der Anreise liegt. Deshalb gilt in der Praxis: Es zählt der frühere der beiden Termine. Was dann geschieht, hängt an der Zahlart. Mit Kartenzahlung ist der volle Betrag beim Buchen der saubere Weg, das Geld ist im selben Moment verbindlich zugesagt. Bleibt nur die Überweisung, ist der volle Betrag ein Wunsch und kein Zahlungseingang, denn drei Tage vor Anreise löst kaum noch jemand eine Überweisung aus. Dort ist der Verzicht auf die Anzahlung ehrlicher, mehr dazu in der Frage weiter unten. Ein Mindestvorlauf vor Anreise nimmt dir den Sonderfall ganz ab, weil die letzten Tage vor der Anreise dann gar nicht mehr online buchbar sind.
Was bei Nichtzahlung passiert: Das ist die Stelle, an der die meisten Regeln unfertig sind. Bei Überweisung steht die Buchung sofort im Kalender, das Geld aber noch nicht auf dem Konto. Du brauchst also einen festen Ablauf: wann du erinnerst, und ab wann du den Zeitraum wieder freigibst. Ohne diesen Ablauf blockieren unbezahlte Buchungen genau die Wochen, die du am besten verkaufen könntest. Bei Kartenzahlung entfällt der Fall weitgehend. In BineBoost wird der Betrag beim Buchen zuerst nur reserviert und erst eingezogen, wenn die Buchung im Smoobu-Kalender steht. Die Karte läuft dabei über das eigene Stripe-Konto des Vermieters, ohne Geldfluss über BineBoost.
Staffel nach Aufenthaltsdauer: Eine einzige Prozentzahl passt selten auf beide Enden deines Kalenders. Bei zwei Nächten ist eine Anzahlung mehr Verwaltung als Sicherheit, bei zwei Wochen ist sie der eigentliche Schutz. Deshalb lässt sich die Anzahlung in BineBoost nach Aufenthaltsdauer staffeln, zum Beispiel so:
| Aufenthalt | Anzahlung |
|---|---|
| 1 bis 2 Nächte | voller Betrag beim Buchen |
| 3 bis 6 Nächte | 20 % des Buchungswerts |
| ab 7 Nächten | 30 % des Buchungswerts |
Die Stornostufen liegen daneben als eigene Staffel, mit einer Gebührenstufe je Frist und einer Regel für die Nichtanreise. Beides gehört in den Buchungsschritt, nicht ins Kleingedruckte: Was der Gast beim Bestätigen gesehen hat, musst du später nicht verteidigen.
Checkliste: Kann dein Buchungstool das abbilden?
- Anzahlung als Prozentsatz mit wählbarer Berechnungsbasis (mit/ohne Gebühren, Ortstaxe, Haustier-Pauschale)?
- Frei definierbare Stornostaffel mit mehreren Stufen und No-Show-Regel?
- Werden Staffel und Anzahlung dem Gast im Buchungsschritt angezeigt, nicht nur im Kleingedruckten?
- Steht in der Buchungsbestätigung automatisch dieselbe Aufstellung samt Zahlungsfrist und Bankverbindung?
Häufige Fragen
Wie viel Prozent Anzahlung sind bei einer Ferienwohnung üblich?
Üblich in der Praxis sind 20 bis 30 Prozent des Buchungswerts, im Alpenraum meist 30 Prozent. Unter 20 Prozent tut eine Stornierung dem Gast kaum weh, über 30 Prozent überlegt er es sich zweimal. Wichtiger als die Zahl ist die Berechnungsbasis: Übernachtung und Gebühren gehören üblicherweise hinein, durchlaufende Posten wie die Ortstaxe nicht.
Soll ich einen festen Betrag oder einen Prozentsatz ansetzen?
Ein Prozentsatz ist der Normalfall, weil er mit dem Buchungswert mitwächst. Ein fester Betrag passt nur dort, wo deine Buchungswerte ohnehin eng beieinanderliegen, etwa bei einer einzigen Wohnung mit einheitlichem Nachtpreis. Sobald Aufenthaltsdauer, Personenzahl oder Saison den Preis stark bewegen, ist ein fester Betrag bei langen Aufenthalten zu wenig und bei kurzen eine Hürde.
Kann ich meine Ferienwohnung auch ohne Anzahlung vermieten?
Ja, und bei kurzem Vorlauf ist das oft die vernünftigere Wahl, weil drei Tage vor Anreise ohnehin niemand mehr eine Überweisung auslöst. Der Preis dafür sind mehr Nichtanreisen und mehr unbezahlte Buchungen im Kalender. Ein Mittelweg ist die Kartenzahlung beim Buchen: Der Gast hinterlegt seine Karte, du hast eine verbindliche Zusage, und niemand muss an eine Überweisung denken.
Woher bekomme ich ein Muster für meine Stornobedingungen?
Die Staffel weiter oben in diesem Artikel ist ein in der Praxis verbreitetes Muster und ein brauchbarer Ausgangspunkt. Übernimm sie nicht ungeprüft, sondern passe die Fristen an deine Saison an: Wo Ersatzgäste schwer zu finden sind, gehören die Schwellen früher. Den fertigen Text lässt du einmal juristisch prüfen, besonders wenn du an Gäste aus mehreren Ländern vermietest.
Was ist üblich, wenn ich als Vermieter selbst stornieren muss?
Üblich in der Praxis ist, so früh wie möglich zu informieren, den bereits gezahlten Betrag vollständig zurückzuerstatten und nach Möglichkeit eine vergleichbare Ersatzunterkunft vorzuschlagen. Halte Grund und Rückzahlung schriftlich fest, das erspart später jede Diskussion. Und gib den Zeitraum sofort wieder frei, damit er nicht unnötig blockiert bleibt.
Muss ich die Anzahlung zurückzahlen, wenn der Gast storniert?
In der Praxis richtet sich das nach den Stornobedingungen, die der Gast beim Buchen akzeptiert hat, nicht nach der Anzahlung selbst. Die Anzahlung ist nur eine Teilzahlung auf den Gesamtpreis: Üblich ist, sie mit der fälligen Stornogebühr zu verrechnen und den Rest an den Gast zurückzuzahlen. Kannst du den Zeitraum weitervermieten, ist eine anteilige Erstattung in der Praxis der beste Weg, weil sie Streit und schlechte Bewertungen erspart. Was in deinen Bedingungen am Ende steht, gehört einmal anwaltlich geprüft.
Deine Regeln, exakt abgebildet
In BineBoost stellst du Anzahlung (Prozent + Berechnungsbasis per Häkchen), Stornostaffel und Zahlungsfrist frei ein: Gäste sehen alles transparent vor der Buchung, und die Buchung landet mit korrekter Aufstellung direkt in deinem Smoobu.
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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.